Die Geschichte von Hawaii



Die Besiedelungsgeschichte Hawaiis begann etwa um 300 bis 500 nach Christus, als Polynesier von den mehr als 4.000 Kilometer entfernten Marschall-Inseln auf Big Island landeten. Rund 500 Jahre später erreichten auch Auswanderer aus Tahiti mit Segelkanus die Inseln. Mit im Gepäck hatten die Siedler ihren Götterglauben, ihre Kultur sowie ihre Gesellschaftshierarchie (Tabu-System). In Folge entstanden kleine Stammeskönigreiche, die sich nicht selten gegenseitig bekriegten. Für die moderne Welt entdeckte der britische Seefahrer Captain James Cook 1778 die hawaiianischen Inseln, die er zu Ehren des Vierten Earl of Sandwich als Sandwich Islands benannte. Während des kurzen Aufenthaltes wurde ein reger Tauschhandel geführt, neben Vorräten hinterließ die Mannschaft unglücklicherweise aber auch Krankheiten. Diese dezimierten die Einwohnerzahl in den nächsten 80 Jahren von rund 300.000 auf 60.000. 1779 kehrte der Seefahrer auf die Inselgruppe zurück. Dort wurde er erst als Gott gehandelt, später stieg das Misstrauen gegen ihn und seine Crew. Nach einigen Missverständnissen wurde der Entdecker schließlich von den Einheimischen ermordet.

Für Hawaii, das nach wie vor in Königreiche unterteilt war, folgten turbulente Jahre. Erst vereinte Kamehameha I., ein Häuptling von Big Island, nach einem Krieg alle Inseln zu einem Königreich. Seine Witwe öffnete um 1820 die Inselwelt westlichen Einflüssen und schaffte das Tabu-System ab. Bald darauf erreichten die ersten Missionare Hawaii. Sie christianisierten die Bewohner der Inseln, verboten hawaiianische Bräuche, übernahmen wichtige wirtschaftliche und politische Positionen und sorgten für Handelsgeschäfte mit Amerika und Asien. Trotz der Intervention von Kamehameha III., der 1848 das Land zwischen dem Königshaus, den Adeligen und dem gemeinen Volk aufteilte, gehörte bald schon ein Großteil des fruchtbaren Landes den Weißen. Diese brachten Arbeiter aus Asien nach Hawaii, was den Grundstein zum heutigen Volksgemisch legte. 1893 gab es seitens Königin Liliuokalani einen letzten, aber erfolglosen Versuch, das Königreich zu retten. Daraufhin wurde die Republik Hawaii ausgerufen. 1898 schließlich annektierten die USA den Inselstaat. Weiterhin florierte der Handel mit Zuckerrohr sowie Ananas und auch der Tourismus begann, sich langsam zu entwickeln. Bereits 1935 nahm PanAm eine Linienverbindung von Kalifornien nach Honolulu auf.

Weltweite Berühmtheit erlangte Hawaii spätestens im Dezember 1941, als der strategisch wichtige Kriegshafen Pearl Harbour von den Japanern ohne Vorwarnung angegriffen wurde. Mehrere tausend Soldaten sowie mehrere Schlachtschiffe fielen dem Angriff zum Opfer. Für die USA bedeutete dies den Einstieg in den 2. Weltkrieg.

1959 wurde Hawaii schließlich zum 43. Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika. Mit der Ankunft des ersten Düsenflugzeugs begann auch auf dem Inselstaat die Zeit des Massentourismus. 2012 wurden mehr als 7 Millionen Besucher gezählt, die Inselgruppe gehört zu den beliebtesten Ferienzielen der Welt.



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